Aurila von Steinach
Geboren wurde ich als jüngste Tochter des Ulrich I von Steinach. Unser Stammsitz, die Vorderburg, steht hoch über dem Neckar
und man schaut über das weite Land hinaus.
Ich verlebte dort eine schöne Kindheit und wenn mein Großvater, Bligger der II von Steinach, Zeit hatte, erzählte er mir von
seinen Reisen und vom Hofe Otto's IV, als er noch als Minnesänger auf Reisen war.
Damit ich einmal meinen Aufgaben als Edeldame in der Burg meines zukünftigen Gemahls gerecht werde, schickten meine Eltern mich an
den Hof derer von Hirschberg, welche eine befreundete Familie unseres Hauses waren und wo ich dann als Zofe von der Herrin des Hauses
ausgebildet wurde.
Dort lernte ich auch meinen zukünftigen Gemahl, Konrad von Hirschberg kennen.
Franca von Bodenstein
Auf der Burg Bodenstein, die im Land der Eichen auf einem Felsvorsprung des Ohmgebirges liegt, einem schon lang umkämpften
Gebiet durch die Franken, Sachsen und Thüringer bin ich als Tochter Konrads von Bodenstein, Domkantor zu Hildesheim, aufgewachsen.
Als Stammsitz dient sie uns als Grenzbefestigung und bot uns schon in vielen Kriegen Schutz. Als erstes Geschlecht der Region besitzen
wir umfangreiche Ländereien im Hahle- und Leinetal.
Mein Vater gründete das Zisterzienserinnen-Kloster Beuren, dem wir viele Stiftungen zukommen lassen. Einst soll es uns als Grablege dienen.
Wie viele andere adlige Jungfrauen verbrachte ich einige Zeit meiner Kindheit in diesem Kloster und wurde dort nach den Ordensregeln der
Benediktiner und den Prinzipen ihrer Gründungsväter erzogen sowie in Lesen, Schreiben und Musizieren unterrichtet.
Als kaiserliche und königliche Reichsmannen sind wir für die Sicherung der Reichsgrenze im Osten eingesetzt, um das Reich vor Gefahr
zu schützen und den Frieden zu bewahren. So sind wir nicht in den hessisch-thüringischen Krieg zwischen Landgraf
Heinrich von Hessen und Landgraf Heinrich von Thüringen eingebunden. Es ist uns durch den Kaiser Friedrich gegeben in alle Provinzen
des Reiches reisen zu dürfen.
Dammo von Buchen
1122
In den landesherrlichen Urkunden des Mainzer Erzbischofs tauchen seit 1122 mehrere "Grafen" (comites - zu dieser Zeit allerdings
nicht unbedingt vergleichbar mit dem späteren Reichsgrafenstand) auf, die sich "von Buchen" nennen. Sie treten als Zeugen
bei verschiedenen Beurkundungen auf. 1122 ist dies zunächst Dammo von Buchen, später auch sein Bruder Siegebodo. Dammo reist in den
nächsten 13 Jahren sechsmal als Zeuge von Urkunden nach Mainz, sein Bruder sogar in einem Jahr dreimal.
1143
Im Jahr 1143 muss Graf Dammo wieder testieren, jetzt nennt er sich allerdings plötzlich nicht mehr Dammo von Buchen sondern Tammo von
Hanau (Tammo de Hagenouwa), im selben Jahr sogar dreimal. Im nächsten Jahr nennt er sich wieder Dammo von Buchen und hat seinen Sohn
Arnold dabei. Bis zum Jahr 1145 erscheint er dann noch 11 mal als Dammo von Hanau.
bis 1191
Arnold nennt sich noch einmal Arnold von Buchen, danach erscheint er 17 Jahre lang (21 mal) als Arnold von Hanau. Zuletzt 1175 erscheint
auf einer Mainzer Urkunde ein Dammo (der Jüngere) von Hanau. Danach scheint es einen Wechsel in der Herrschaft gegeben zu haben,
denn nun tauchen unter den Herren (!) von Hanau einheitlich neue Namen wie Philipp, Reinhard und Ulrich auf. Möglicherweise wurde nach
dem Aussterben der Grafen das Lehen an einen Gefolgsmann vergeben, der aber nicht zum Stand der Reichsgrafen gehörte. Anfangs taucht
auch noch der Name "Herren von Dorfelden- Hagenowe" auf. Dieses Geschlecht war wahrscheinlich im Niddergebiet
(Wasserburg Niederdorfelden) und im Büchertal begütert - erst um 1436 wurde die Verwaltung der Reichsgrafschaft von der Burg
Windecken nach Hanau verlegt.
1234
Erste urkundliche Erwähnung der Burg Hanau.
1255
Ulrich II. von Münzenberg stirbt als letzter männlicher Vertreter der Münzenberger Gaugrafen. Sechs seiner Schwestern waren
mit Herren des hohen Adels verheiratet: von Falkenstein, Weinsberg, Pappenheim und Schöneberg sowie Reinhard I. von Hanau.
Unter diesen wurde der Münzenberger Besitz aufgeteilt und die Herren von Hanau nannten sich fortan "von Hanau-Münzenberg",
obwohl sie nur ein Sechstel der Münzenberger Herrschaft geerbt hatten.
Elisa von Hachenburg
Mein Großvater Rorich Vogt von Hachenburg war der Begründer der Hachenburger Linie und stammte aus dem Hause der Edelherren von Nister.
Nachdem er Vogt von Hachenburg wurde benannte er sich "von Hachenburg". Mein Großvater ehelichte auf der Hachenburg Guda von
Greifenstein. Aus dieser Vermählung gingen zwei Kinder hervor: Kraft von Hachenburg sowie mein Vater Heinrich von Hachenburg.
Nach dem Tod meines Großvaters erbte mein Vater Heinrich die Vogtei Hachenburg und wurde so
Vogt von Hachenburg. Bald nach seiner Hochzeit mit meiner Mutter Irmgard wurde ich als ihr einzigstes Kind auf Burg Hachenburg
geboren, wo ich meine Kindheit verlebte. Als ich alt genug war, gab mich meine Mutter in den Zofendienst ins Haus der befreundeten
Familie von Bodenstein auf Burg Bodenstein im schönen Eichsfeld. Hier wurde ich von meiner Herrin Franca ausgebildet und erlernte
neben den üblichen Zofenaufgaben auch allerhand nützliche Dinge wie Lesen, Schreiben und Rechnen.
Burg Bodenstein war ein schon lange von Franken, Sachsen und Thüringern umkämpftes Gebiet und sicherte die östliche Reichsgrenze. So kam es, dass auch ich im
Umgang mit dem Bogen unterwiesen wurde und ihn bereits einige Male erfolgreich zur Verteidigung der Burg Bodenstein einsetzte. Nach
meiner Ausbildung als Zofe kehrte ich zurück zur Burg Hachenburg, die mir als einzigstes Kind des Vogts Heinrichs von Hachenburg
einmal als Erbe zufallen wird.
Die Länderein meines künftigen Erbes erkunde ich gerne auf dem Rücken meines braven furchtlosen Pferdes Roman oder nehme
mit ihm an Jagden teil.
Heinrich Ansgar von Dernbach
Nach meiner Knappenzeit bei dem Vetter meines Vaters wurde ich feierlich zum Ritter geschlagen. Wie schon als Knappe mit
meinem Herren zog ich nun auch als Ritter mit dem Landgraf Heinrich I von Hessen in viele Schlachten des hessischen
Unabhängigkeitskrieges gegen den Landgraf von Thüringen und den Erzbischof von Mainz.
Ich führte auch einige Male Truppen in den Kampf gegen Nassau. So verbrachte ich mein Leben, bis ich nach dem Tod meines
Vaters mein Erbe als Herr von Dernbach antrat. Natürlich werde ich die von meinem Großvater Conrad von Dernbach ausgerufene
und von meinem Vater erneuerte Fehde gegen die Grafen von Nassau fortsetzen.
Mein Großvater rief die "Dernbacher Fehde", bei der viele verwandte Familien beistehen aus, um die Eigenständigkeit
des Hauses Dernbach zu sichern, welche seiner Zeit wie auch heute durch die Nassauer bedroht war.
Mit Hilfe anderer Familien hatter er schon früher Hessen von dem Ketzerjäger Conrad von Marburg befreit. Dieser
hatte großes Leid über viele Hessische Familien gebacht . So vereinten sich die Adelshäuser und erschlugen
Conrad von Marburg mit seinen 60 Rittern im Hoinger Wald, als er zum Bischof von Fulda fliehen wollte.
Nun denn, wenn ich nicht gerade dabei bin Nassauer, Thüringer Landgrafen oder Erzbischöfe zu erschlagen verbringe ich
meine Zeit mit der Jagd und der hohen Minne, welche ich mit Freuden meiner Verlobten Elisa von Hachenburg abgedeihen lasse.
Gisela von Lutzelnhusen
Ich, Gisela von Lutzelnhusen, habe am 28. August anno 1267, als jüngste Tochter des Wilhelm von Lutzelnhusen und Magdalena von Trimberg das Licht der Welt erblickt.
Unser Stammsitz war die Trimburg, eine Höhenburg, in Ytzengesesze. Das Gebiet gehört zum Herrschaftsgebiet des Bistums Würzburg und vom damaligen Bischof erhielten die Ritter von Trimberg das Gericht zu Lehen.
Das Geschlecht derer von Trimberg erscheint erstmals in einer Heiratsurkunde anno 1018, als eine Anna von Trimberg mit einem Ritter von Hohenburg vermählt wurde.
1182 war die Ernennung von Berthold und Mangold von Trimberg zu Würzburger Domherren und 1225 der Eintritt der Herren von Trimberg zum Rheinischen Städtebund, dem auch das Hochstift Würzburg angehörte. Bereits 1226 gaben Konrad I und Albrecht I ihre Burg dem Hochstift als Lehen. Den verbliebenen Burgstall der alten Burg verkaufte Maria von Ytzengesesze, die Witwe Peter von Trimberg, 1234 ebenfalls an das Hochstift.
Adam von Trimberg schenkte schließlich 1279 die gesamte restliche Anlage dem Würzburger Bischof Berthold II von Sternberg, als er sich mit seiner Gemahlin Ida von Büdingen den damaligen Kreuzfahrten anschloss.
Das Fürstentum Würzburg ist nun alleiniger Besitzer der Trimburg.
Daran änderte sich auch der Versuch, die Burg und das Amt zurückzufordern, meines Vaters Wilhelm von Lutzelnhusen, der mit Magdalena von Trimberg, meiner Mutter, vermählt ist, nichts.
Er begnügte sich damit Lutzelnhusen zu übernehmen.
Meine Großmutter, Louise von Lutzelnhusen, unterrichtete mich in meiner Kindheit in der Natur- und Heilkunde.
Als adelige Jungfrau schloss ich mich dem Schutz der Kreuzfahrer an um im Kloster Rupertsberg das Wissen der Hildegard von Bingen zu studieren, und mein Wissen zu vertiefen.
David von Himmerod
Elisabeth von Erbach
Johann von Vlatten